Folge 5: Vier Minuten Stille – Chris Warnats zweiter Thriller
Shownotes
📋 Shownotes Folge 5: Chris Warnat & Vier Minuten Stille
• Podcast: KREATIVDATE (seit 2021) → mit Büchermenschen über Projekte, Branche, Schreibprozess
• Debüt: „Fünfzehn Sekunden” (2025, Penguin Random House) → GLAUSER-nominiert 2026 (Debütroman)
• Thema Debüt: Schuld und Verantwortung (Rechtsmedizinerin Farah Rosendahl)
• Aktueller Thriller: „Vier Minuten Stille – Und dann kam der Sturm” (2026, Penguin) → Band 2 der Wase-Rahimi-Reihe
• Ermittler: Wase Rahimi (Kripo Hamburg)
• Schreibstil: packend, emotional, psychologische Abgründen, präzise + tief
• Was kommt als nächstes?
📌 Links & Infos zu Chris Warnat: https://www.chriswarnat.de https://www.instagram.com/chriswarnat/ https://www.chriswarnat.de/podcast/
💌 Gewinnspiel: Gewinne eines von 2 Exemplaren "Vier Minuten Stille" ✅ Teilnehmen: Schreib mir auf Instagram unter den Post zu dieser Folge die Antwort auf: Stichwort Recherche: Welches sinnliche Snackerlebnis hat es in das Buch geschafft?” (Rechtsweg ausgeschlossen, Gewinner:innen per DM benachrichtigt) Wenn du am Gewinnspiel teilnehmen oder mehr über mich wissen möchtest:
Schau auch gern auf meiner Homepage vorbei:
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🎧 Ausblick - Nächstes Mal: Ich spreche mit der Sachbuchautorin Julia Freudenberg, der Geschäftsführerin der Hacker School
Transkript anzeigen
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen bei Teegespräche Behind Your Book.
00:00:19: Ich bin Sandra Uslund, und ich freue mich dass du da bist!
00:00:47: Und damit Du weißt welche spricht?
00:00:49: Ich bin Autorin,
00:00:50: Schreibcoach
00:00:51: und seit Neuestem auch Podcasterin.
00:01:08: Als Schreibcoach unterstütze ich Autorinnen und Autoren dabei, ihre Geschichten zu finden – und ihr Schreibhandwerk zu schärfen.
00:01:17: Heute spreche ich mit der Thrillerautorin Chris Warnert.
00:01:20: Sie hat gerade ihr zweites Buch «Vier Minuten Stille» und dann kam der Sturm herausgebracht.
00:01:27: Ihr Debüt, fünfzehn Sekunden war ein riesiger Erfolg!
00:01:32: Es wurde für den Glauserpreis, in der Kategorie Debüt Roman nominiert und steht aktuell auf der Shortlist für den Victor Crime Award.
00:01:41: In dieser Folge erfährst du wie Chris von der Gerichtsreporterin zur Thriller-Autoren wurde – sie gibt Einblicke in ihre Recherchearbeit, in den Schreibprozess
00:01:51: und spricht über
00:01:52: Rituale und den Alltag als Autorin, zudem so viel mehr gehört als nur das Schreiben!
00:02:01: Und natürlich unterhalten wir uns über ihren neuen Thriller, vier Minuten Stille und ihren Ermittler Vase Rahimi.
00:02:10: Meine persönliche Meinung?
00:02:12: Chrisssprache ist extrem bildhaft und dicht – mich hat es wie ein Sog in die Geschichte reingezogen!
00:02:18: Hier hat jemand wirklich intensiv mit jedem Satz gearbeitet, da ist nichts einfach nur so runtergeschrieben….
00:02:24: und zur Einstimmung möchte ich dir ein kleines Zitat vorlesen... Atemwolken stoßen in die Frostluft wie ein dampfender Pulsschlag, Ein Weichzeichner der sich aufplustert und gnädig über die Szenerie legt.
00:02:42: Nur war es Verstand kann er nicht eintrüben.
00:02:45: Er weiß was die Ruhe hier draußen bedeutet.
00:02:49: Wenn die Mordermittler ausrücken werden sie meistens von Stille empfangen.
00:02:54: Sie ist dicht und klebrig und unheilvoll.
00:02:58: Es ist die Abwesenheit von etwas Lautlos segeln plüschige Flocken ins Vakuum.
00:03:06: Irgendwann in den letzten Stunden ist dem Hamburger Süden der erste Schnee gefallen, ungewöhnlich viel.
00:03:13: es recht für die Region.
00:03:15: Inzwischen schneit es als Wolle der Winter sein Versäumnis mit Macht nachholen.
00:03:20: überall sind Spuren auszumachen schmale Förmchen ins markeloße Weiß gestempelt.
00:03:29: Wenn du jetzt neugierig geworden bist auf das Buch, Chris verlost zwei Exemplare und wie du eines davon gewinnen kannst erfährst du wenn du die Podcast-Folge bis zum Schluss anhörst.
00:03:42: Und jetzt geht es los mit unserem Interview!
00:03:46: Herzlich willkommen liebe Chris Warnert im Teegespräche Behind Your Book Podcast.
00:03:52: ich freue mich so dass du heute da bist mit deinem neuen Buch vier Minuten stille.
00:03:58: Hi Sandra, ich freue mich auch.
00:03:59: Danke dir für die Einladung!
00:04:01: Ja ist so schön und weil es ja Teegespräche heißt mein erstes Thema immer Ich sitze hier mit einer Tasse Joghitee habe ich mir selbst zusammen gemischt.
00:04:13: Und was trinkst du gerade?
00:04:15: Also ich habe mir gerade auf die Schnelle einfach ein schnödes Glas Leitungswasser gezapft, aber ich trinke auch super gerne beim Schreiben auch koffieinfreien Kaffee mit mit Hafermilch oder Mandelmilch.
00:04:28: Oder ich mixe mir auch gerne mal selber so eine Limonade.
00:04:30: jetzt gerade im Sommer finde ich das immer sehr nett, so mit Kräutern aus dem eigenen Garten.
00:04:35: Das klingt total toll!
00:04:36: Wie machst du das genau?
00:04:37: Das möchte ich nachmachen.
00:04:39: Also wir haben so einen ganz, ganz großen, das kann ich echt empfehlen.
00:04:42: So ein ganz großen Getränkespender gibt es überall zu kaufen mit einem kleinen Zapfhahn vorne und da schmeiße ich dann alle möglichen Kräuter rein also Zitronemüllisse, Rosmarinen.
00:04:51: was haben wir noch?
00:04:52: Pferverminze manchmal auch ein bisschen Lavendel und dann kommt dann ein bisschen, ich weiß nicht so Reissirup oder Agave-Dicksaft dazu für die Süße Und ganz viel Wasser und Eiswürfel.
00:05:03: Das war es im Grunde auch schon, man kann glaube ich auch noch ein paar Teebeutel mit reinschmeißen?
00:05:07: Dann hat man Eistee!
00:05:09: Aber wir machen da echt immer die wildesten Mischungen und am Ende schmeckt's meistens sehr lecker.
00:05:14: Das klingt ganz toll.
00:05:15: Und das heißt Koffer ihn frei du trinkst keinen Kaffee.
00:05:21: Ich habe Weihnachten vor zwei Jahren spontan aufgehört, Kaffee zu trinken.
00:05:25: Eines morgens ich ging in die Küche – hab' ich beschlossen heute nicht!
00:05:28: Ich hatte mich vorher auch schon länger damit auseinandergesetzt mit diesem ganzen Thema Koffein und so und wollte das einfach mal für mich austesten wie es mir damit geht und ob das einen Unterschied macht.
00:05:38: Dann hatte ich erstmal neun Tage Entzugskopfschmerzen, weil sich dann ja diese Gefäße im Kopf wieder weiten und hab gemerkt wow!
00:05:47: Also wenn das schon der Effekt ist, dann will ich eigentlich gar nicht mehr dazu zurück, weil so verengte Gefäse im Kopf, weiß ich nicht, ob man das unbedingt braucht... Und das Krasseste, was ich aber dadurch gemerkt habe in den letzten Jahr jetzt fast anderthalb Jahren ist, dass ich kaum noch Migräne hab.
00:06:03: Ich hatte nur dann Migränen wenn ich im Café oder so aus Versehen einen normalen Kaffee bekommen hab statt des bestellten Endkoffinierten und dann wirklich direkt am nächsten Morgen eine Migräneschuhpatte mit Sehstörungen, mit Aura und dem ganzen Bums.
00:06:18: Ja
00:06:19: Das ist ja wirklich heftig weil ich meine ich bin ja auch Migränekatientin habe ich das ganz gut im Griff.
00:06:26: Aber also, ich glaube alle die unter Migräne leiden und dass noch nicht ausprobiert haben für die wird es jetzt
00:06:32: sicherlich
00:06:33: ein guter Tipp sein.
00:06:34: Ich hab ja auch irgendwann aufgehört Kaffee zu trinken.
00:06:37: Ich habe früher immer mal so kleine Detox Phasen gehabt, zwei Wochen ohne Kaffe.
00:06:41: und da habe ich schon immer gemerkt eigentlich wenn ich über diese Entwöhnungsphase hinaus bin dann bin ich wacher Und ich bin weniger verspannt.
00:06:51: und inzwischen ist es so, dass ich merke wenn ich mal einen Kaffee trinke dann kriege ich direkt Gelenkschmerzen am nächsten Tag.
00:06:56: Also es hat sich ja auch was mit dem Alter zu tun.
00:06:58: aber Ja das ist schon wirklich interessant was das mit uns macht und gleichzeitig ist es ja sowas so gesellschaftlich etabliertes
00:07:07: Das
00:07:07: gar nicht so leicht ist.
00:07:09: also Beim Alkohol ist es sehr ähnlich Dass das so Gesellschaftlich akzeptiert ist umso vielem dazugehört und Social-Ding auch ist.
00:07:19: Ich finde, mit Kaffee ist es ähnlich.
00:07:21: Ja das sehe ich ganz genau so.
00:07:22: Ich trink auch so gut wie gar kein Alkohol und muss mich dafür auch regelmäßig immer rechtfertigen.
00:07:27: Zum Glück gibt's jetzt auch sehr gute Mocktails die man dann sich bestellen kann.
00:07:31: Da fragt noch keiner mehr Hauptsache du hast irgendein Getränk was nach Alkohl aussieht in der Hand.
00:07:36: Aber bei Kaffee ist es auch so, dass es halt so normal ist, Kaffees zu trinken.
00:07:40: Dass ich das auch gar nicht hinterfragt habe viele Jahre.
00:07:42: Ich hab wirklich mit sechzehn meinen ersten Kaffe getrunken und damals wirklich noch eine Milchsuppe.
00:07:47: Also ein ganz kleiner Schuss Kaffe, ganz viel Milch, viel zu viel Zucker.
00:07:51: richtig eklig... Aber anders habe ich das überhaupt nicht runterbekommen, weil es schmeckt ja auch bitter.
00:07:57: Es ist ja so ein Insektenschutzmittel, dass die Pflanzen produzieren um sich zu schützen vor Insektenfraß und natürlich schmeckt das bitter.
00:08:06: Natürlich schmeckt es unangenehm!
00:08:08: Ich hab dann bei meinen Recherchen herausgefunden, dass Koffein einen Nervengift ist Und ich habe ein Buch dazu gelesen von Ellen K., der hat auch dieses endlich rauchfrei oder endlich nicht raucher geschrieben.
00:08:19: Da gibt es die aller verschiedensten Adaptionen zu jedem Thema, eben auch zu Koffein.
00:08:24: und da ging's auch darum dass wenn man einen Kaffee trinkt halt morgens schon auf den Zug ist also man wacht auf man ist nicht auf dem normalen Level wo man normalerweise energetisch wäre Und fühlt sich natürlich total fertig und erschöpft.
00:08:38: Wenn man dann den ersten Kaffee trinkt, ist der Effekt enorm.
00:08:41: Deswegen dachte ich lange, dass ich gar nicht ohne Kaffe in den Tag kann.
00:08:46: Das Ding ist aber wenn du komplett auf Kaffees verzichtest, dann wachst du auf diesem Normal-Level was du von Natur aus hast... ...und brauchst gar nicht diesen.
00:08:55: Für mich hat das ein Riesenunterschied gemacht.
00:08:57: Ich glaube, dass es von Mensch zu Mensch super unterschiedlich ist.
00:08:59: Es gibt ja auch die, die dann abends sich noch in doppelten Espresso reinziehen und trotzdem schlafen wie die Babys.
00:09:04: Zu denen gehöre ich nicht.
00:09:05: Aber für mich hat es total den Unterschied gemacht.
00:09:09: Und ich bin froh, dasses kaffeinfreien Kaffee inzwischen auch fast überall gibt.
00:09:12: also der schmeckt mir fast genauso gut.
00:09:16: Ja Megaspannendes Thema.
00:09:18: Ich glaube, da mache ich mal eine ganz separate podcast vorgeflächten.
00:09:21: Nicht mal sehen was ich dafür ein Buch zu dem Thema finde ja.
00:09:24: Ja
00:09:25: Google Mal NASA Studie Koffein, weil die haben die Crazystudie gemacht mit Spinnen.
00:09:33: Die haben den so verschiedene Drogen verabreicht auch ich glaube LSD, Alkohol alle möglichen Drogen und haben dann geschaut wie sie hinter ihre Netze spinnen Und die haben alle noch einigermaßen kohärente Netze hinbekommen.
00:09:46: nur die Spinne die Koffeen-Intos hatte.
00:09:49: Die wusste nicht mehr wie es geht.
00:09:52: Es hat mir auch sehr zu denken gegeben.
00:09:53: also ich glaub da könnte man locker eine Podcastfolge mit Filmen mit diesem Thema.
00:09:57: Das muss ich mir mal merken, ja und deswegen sind wir hier bei Tee Gesprächen.
00:10:04: Okay kommen wir mal zum beruflichen!
00:10:07: Du hast ja mit deinem Debüt fünfzehn Sekunden einen echten Start hingelegt.
00:10:11: also das war wirklich so erfolgreich nominiert für den Glauser fürs Debüt und du wirst verfilmt damit.
00:10:19: das schafft ja noch lange nicht jeder mit einem Debüt.
00:10:22: Glückwunsch nochmal dafür für diese Leistung.
00:10:26: Und ich frag mich, was für Auswirkungen hat dieser riesige Erfolg auf dich und dein Leben und deinen Schreiben
00:10:36: gehabt?
00:10:40: Ja das war... Ich würde sagen es hat wirklich alles verändert weil ich mit einer ganz anderen Erwartungshaltung in diese Veröffentlichung gegangen bin.
00:10:49: Ich habe das gemacht, was ich immer mache wenn ich Angst habe und mir sehr viele Informationen beschafft über die Branche weil ich wissen wollte wie funktioniert das hier nach welchen Regeln funktioniert die Brange?
00:10:58: Und wie kann ich das so beeinflussen dass mein Buch erfolgreich wird und musste sehr schnell feststellen, dass es keine allgemeingültigen Regeln gibt, dass ist ein sehr schwieriger Markt auf dem sich die Verlage da bewegen und die Autoren damit auch.
00:11:12: Das ist so wahnsinnig schwierig, es gerade um die Bühne Sichtbarkeit zu bekommen.
00:11:16: Es gibt da so absurde Zahlen, die sind bei Deutschland von Kultur mal in einem Artikel veröffentlicht worden nämlich das es neunzig Prozent aller Bücher nicht schaffen, hundert Exemplare zu verkaufen und dass ein Prozent aller erhältlichen Bücher fünfzig Prozent des Branchenumsatzes erwirtschaften.
00:11:31: also da sieht man ja schonmal wie unfassbar Ja, schwierig ist es da sich durchzusetzen unter diesen, ich glaube, siebzig Tausend Neuerscheinungen pro Jahr.
00:11:40: Im Roman waren's zwei tausend achtzehn fünfundzwanzigtausend wenn ich mich richtig erinnere so im Dachraum.
00:11:46: also das sind schon sehr viele Bücher immer die jedes Jahr dazukommen und Ich weiß noch dass es eine Phase war.
00:11:53: Immer wenn ich in den Buchhandeln gegangen bin war ich so richtig resigniert und dachte ja wie soll ich mich denn daher durchsetzen?
00:12:00: Wie soll ich da Das hinbekommen da auf den Tischen zu liegen, dass die Leute das Buch auch sehen.
00:12:04: Weil sie haben ja auch nur eins.
00:12:05: Komma acht Sekunden Zeit.
00:12:07: also du siehst ich habe mich wirklich sehr intensiv mit diesen ganzen Zahlen aus einer Sitz.
00:12:11: Eins Komma Acht Sekunden hat ein Buch um zu überzeugen und dann geht es meistens nur wirklich nach Haptik und Optik.
00:12:18: Also gefällt mir das Cover und fühlt sich das schön an?
00:12:20: Und wenn Ja Dann kaufe Ich das.
00:12:25: Ich kenne das ja von mir selber auch.
00:12:26: Man läuft da lang, man scanns ein bisschen die Bücher ab und nimmt hier und da mal ins in die Hand, schlägt es auf... Und die Kaufentscheidung treffe ich auch sehr zügig!
00:12:37: Da verschmelert sich dieses Nadelöhr durch, dass wir springen müssten noch einmal.
00:12:42: Also nicht nur dieser Sprung ist zu schaffen in die Agentur, in den Verlag oder in den Buchhandel sondern dann auch noch in die Einkaufstaschen der Menschen in die Bücheregale Zuhause.
00:12:54: Das ist das Kunststück, dass man schaffen muss.
00:12:55: Und ich hab zu dem Zeitpunkt gedacht ... Ja!
00:13:01: Ich befürchte, das wird nix.
00:13:04: Dass die Bühe wahrscheinlich nicht fliegen.
00:13:06: Ich hatte keine große Marketingkampagne und war da so ein bisschen auf mich gestellt.
00:13:12: Natürlich hat Random House das größte und stärkste Vertriebsnetz im Markt.
00:13:16: Da geht natürlich auch viel.
00:13:17: Wir hatten sehr schönes Cover, wir hatten tollen griffigen Klappentext.
00:13:22: Nichtsdestotrotz war ich einfach relativ ernüchtert und auch... Ich würde gar nicht mal sagen, dass es eine negative Sicht war.
00:13:30: Sondern das war ne sehr realistische Sicht so auf diesen ganzen Veröffentlichungsprozess.
00:13:34: Und als dann das Buch kam und ich gemerkt habe okay Das nimmt hier richtig Fahrt auf Es hatte ne große Sichtbarkeit Auch in den sozialen Medien.
00:13:43: Ich hab's in jeder Buchhandlung gesehen In die ich reingegangen bin Es lag auf Tischen Wir haben die Filmrechte verkauft Es gab nach Träglich noch ein Hörbuch Ja und dieses Jahr natürlich total schön, dass ich nochmal für den Glauser nominiert war ein Jahr nach Veröffentlichung.
00:13:58: Dass das Buch da noch mal so eine Sichtbarkeit, so eine Wertschätzung erfahren hat.
00:14:01: Das hat mich mega gefreut!
00:14:03: Dann ist es jetzt auch auf der Shortlist für den Victor Crime Award gelandet, denen Sebastian Vizekk aus Schirmherr ins Leben gerufen hat.
00:14:11: also... Ein absurder Erfolg für so'n Debüt Auch wenn ich mir anschaue welche Veranstaltung ich letztes Jahr spielen durfte.
00:14:21: Also einmal war es, wie dieses Buch hat mir die Tür geöffnet.
00:14:25: In der Welt der Autorinnen und Autoren, plötzlich war ich offiziell Autorin veröffentlichter AutorInnen und das hat funktioniert!
00:14:35: Und gleichzeitig habe ich so verstanden, wie komplex der Beruf auch ist.
00:14:41: Es geht ja gar nicht nur ums Schreiben und Veröffentlichen sondern es ist ja auch diese viele... organisatorische, was da dranhängt.
00:14:47: Interviews geben in der Öffentlichkeit sein.
00:14:50: Lesungen machen all diese Dinge die auch noch mit dazu gehören.
00:14:55: und im Grunde habe ich letztes Jahr auch drei neue Berufe gelernt weil Ich hab vorher noch nie auf Bühnen gestanden.
00:15:02: Ich habe noch nie lesung selber organisiert.
00:15:04: Ich hab noch nie interviews gegeben also pressearbeit gemacht marketing gemacht für mich selbst und das war eine ziemlich wilde Erfahrung.
00:15:15: Also es war toll, weil ich auch so viel über mich gelernt habe und gemerkt hab doch ich kann vor Menschen sprechen auch wenn ich immer dachte das geht nicht.
00:15:23: Das kann ich nicht!
00:15:23: Ich werde dann lila wie eine Obergine und kann eigentlich gar nicht mehr sprechen und dann zieht sich alles zusammen um halt.
00:15:31: ich habe dann extra Sprechtraining genommen um das irgendwie abzufedern.
00:15:36: also soviel zum Thema auch Vorbereitung.
00:15:38: Ich habe mich sehr sehr viel vorbereitet Und dann zu merken, ich kann das und es liegt mir.
00:15:43: Das macht mir auch Spaß!
00:15:44: Ich gebe auch gerne Interviews.
00:15:46: Auch diese Teile des Berufes liegen mir irgendwie und sind mein Ding.
00:15:51: Das war natürlich eine wichtige Erfahrung weil ich kenne auch Kollegen bei denen das anders war die auf der Bühne standen aus der Schreibkameraus, aus diesem introvertierten Leben dass man ja in der Regel führt so als Autor, dann auf die Bühnen, Foss publikur, Mikro in die Hand.
00:16:10: Das ist ja auch eine kraftliche Beforderung, das lernt man ja auch nirgendwo.
00:16:13: Da gibt es da keine Ausbildung, Fortbildung, irgendwas... Also natürlich kann man sich mit so Workshops und sowas behelfen aber dann wirklich in so einer Live-Situation zu sein, das ist noch mal ne ganz andere Hausnummer Und insofern war letztes Jahr mein Jahr der ersten Mal.
00:16:28: Ich habe so viele Dinge zum ersten Mal gemacht dass ich das Jahr eigentlich angefühlt hat wie drei Jahre und gleichzeitig verdichtet war Dass ich da so durchgerattet bin Und eigentlich immer noch dabei bin, das alles aufzuarbeiten und zu verarbeiten.
00:16:42: Und mir Fotos anzugucken um mir klarzumachen ja ich war wirklich da.
00:16:46: Ich stand da in der Pathologie in München und habe vor diesem großen Publikum gesessen.
00:16:51: Das ist wirklich passiert und es war nicht nur ein Fiebertraum.
00:16:55: Wow!
00:16:56: Das war sehr, sehr intensiv.
00:16:58: Das kann ich mir vorstellen dass gerade unter anderem gesagt und plötzlich zu erkennen.
00:17:06: Jetzt bin ich Autorin, veröffentlichter AutorIn.
00:17:10: Gab es da einen ganz konkreten Moment wo dir das so bewusst war oder war das eher was was so schleichend
00:17:15: kam?
00:17:17: Ah!
00:17:18: Ich glaube irgendwie... Das Thema hat mich schon länger beschäftigt weil ich durch den Podcast also meinen Podcast Auch irgendwie öfter auch von Leuten gehört hat, dass sie so lange sich nicht getraut haben, sich selbst als Autorin oder Autor zu bezeichnen.
00:17:33: Dass ihnen das fast du prätenziös vorgekommen ist.
00:17:35: Das ist ja auch keine geschützte Berufsbezeichnung und so.
00:17:39: Und ich weiß nicht, sobald ich diesen Buchvertrag hatte... habe ich meine Instagram-Bio auf Autoren umgestellt.
00:17:47: Da war ich Autorin und das war für mich total klar, das war wie so ein Gütesiegel.
00:17:51: okay du hast jetzt diesen Zweibuchdil, du bist jetzt AutorIn.
00:17:55: Ich bin da sehr, sehr smooth in diese Rolle reingeschlüpft und es war so organisch, so selbstverständlich dass auch wenn ich mich bewege und diese Dinge mache die dazu gehören zum Schreiben Das ist genau der Ort, wo ich hingehöre.
00:18:12: Das ist so Fisch im Wasser!
00:18:14: Ich glaube, ich habe meinen Tribe gefunden, den Beruf, der mir am allermeisten entspricht und deswegen ging das recht schnell und ich hab da nie mitgefremdelt mit diesem Wort Autorin.
00:18:27: Ja, das ist toll und es ist natürlich auch ein wunderschönes Gefühl wenn man wirklich dieses...ich bin da angekommen und ich gehör dahin ... was noch lange nicht jeder so erlebt und wo auch viele, denke ich mit hadern.
00:18:40: Und wenn man das natürlich auch in einem tollen vielseitigen Beruf gefunden hat... ...und von außen dann auch noch diese Rückmeldung bekommt, dass es natürlich sechs M Lotto!
00:18:50: Ja, das war total schön.
00:18:52: Ich glaube in der Redaktion früher als Nachrichtenredakteurin waren wir auch immer die Autorin des Autorenteams aber das ist natürlich eine ganz andere Form des Schreibens gewesen und ich glaube, ich brauchte wirklich diese Bestätigung dieser Äußere durch die Agentur und dann durch den Verlag, die mir halt einmal sagen ja dass was du machst es ist marktreif und damit können wir rausgehen und du kannst das bis ich mir das auch selber zugestanden habe.
00:19:16: also ich hatte immer noch, aber einen inneren Kritiker der sehr laut ist.
00:19:22: Den Jürgen habe ich ihn genannt und seit ich diese Verträge unterschrieben hab es da eigentlich weitgehend leise geworden und das war auch ein schöner Effekt in diesem ersten Jahr oder in diesen letzten zwei Jahren dass ich endlich so einen Zutrauen hatte in mich und so eine Ruhe.
00:19:37: Es ist wunderschön, dass du deinem Kritiker, also dass du weißt wie er heißt Aber das ist ja gar nicht so verkehrt, zu dem eine Beziehung aufzubauen und zu schauen.
00:19:48: Was will der?
00:19:49: Wofür will er mich eigentlich schützen?
00:19:51: Und letzten Endes will er dir ja nichts Böses.
00:19:55: Ich glaube je besser man ihn kennt und je besser sich mit ihm versteht umso besser kann er auch wirklich für einen arbeiten.
00:20:04: Ja das sehe ich genauso!
00:20:05: Ich habe gerade ein Coaching gemacht im Bereich Internal Family System, also eigentlich so Formierend-Aufstellungen.
00:20:11: Aber mit diesen inneren Anteilen und da habe ich auch noch mal gelernt dass Jürgen wirklich... Also grüße an alle Jürgens die gerade zu hören ihr seid nicht gemeint!
00:20:19: Ich kenne gar keinen Jürg, ich weiß nicht wie ich auf diesem Namen gekommen
00:20:22: bin
00:20:23: Aber dass Jürgen im Grunde die besten Absichten hat.
00:20:26: Er hat einfach nur nicht die richtigen Mittel und Wege, mich da hingehen zu unterstützen.
00:20:31: Er will mich eigentlich beschützen und macht das aber auf eine sehr tollpatschige und unempartische Art und Weise.
00:20:39: Aber ich weiß es sehr zu schätzen, Jürg, danke dir!
00:20:46: Ich würde sagen ja.
00:20:47: Also wenn ich an Jürgen denke, der sieht aus wie Stromberg.
00:20:51: Eine Mischung aus Friedrich Merz und Stromberg und er hat natürlich
00:20:54: eine
00:20:55: Kaffeetasse in der Hand.
00:20:56: Vielleicht kannst du dich mal mit dem Auf-n-Kaffee treffen und ihm stattdessen den Endkoffinierten andrehen?
00:21:01: Vielleicht lässt sich da was machen!
00:21:02: Ich denk da an die Spinne mit dem Netz weißt
00:21:04: Du?!
00:21:04: Ja vielleicht ist halt ein Brückte sich dann bisschen...
00:21:09: Nachdem wir ja auch schon so kurz das Lesungsthema gestreift haben und ich weiß, du liest sehr gerne.
00:21:15: Hast Du Lust uns einen kleinen Einblick in Dein neues Buch zu geben?
00:21:18: Ja, super gerne.
00:21:19: Ich habe eine Stelle rausgesucht.
00:21:20: die ist relativ weit hinten im Buch Kapitel neunundzwanzig aber es ist einfach ein sehr schönes prägnantes kurzes Kapitel das einen ganz guten Lesereindruck verschafft.
00:21:30: ihr lernt dann meine Hauptfiguren noch nicht kennen Aber ich konnte jetzt auch nicht den Prolog oder das erste Kapitel vorlesen weil sie sehr lang ist und ich da nichts rausklippen wollte.
00:21:39: deswegen Einfach mal mitten aus dem Buch.
00:21:44: Neunund zwanzigstes Kapitel Philipp Meurer und Nadine Seifert haben die Arschkarte gezogen.
00:21:50: Der Notruf ist vor etwa fünf Minuten eingegangen und sie waren halt am nächsten dran, Pech gehabt.
00:21:55: Eine Spaziergängerin völlig aufgelöst war im Apparat – ein Mann liegt in der Bille!
00:22:01: Sie glaubt er sei tot.
00:22:03: Philipp ist noch nicht lange bei der Polizei, ein paar Monate erst fährt er auf Streife.
00:22:07: Doch selbst deine Partnerin die erfahrener ist als er wirkt nervös, als ihr aufs Ufer zu steuern.
00:22:14: Sie parken den Wagen, rennen das letzte Stück.
00:22:17: Jemand hockt im Gras Eine Frau, höchst wahrscheinlich die Anruferin.
00:22:23: Die Arme um die Knie geschlungen schaukelt sie apathisch vor und zurück.
00:22:26: Man muss kein Psychologe sein, um zu checken dass er unter Schock steht.
00:22:31: Nadine hockt sich zu.
00:22:32: ihr bedeutet Philip mit einer diskreten Kindbewegung nach dem Mann zu sehen dessen Körper ein Stück weiter unten reglos auf den Wasser treibt.
00:22:40: Scheiße verflucht!
00:22:42: Mit steifen Beinen starkster los obwohl ihn seine Angst fast um den Verstand bringt.
00:22:47: Kneifen ist nicht.
00:22:48: Von Nadine darf er sich keine Blöße
00:22:50: geben.".
00:22:51: Sie hat ohnehin keine allzu hohe Meinung von ihm, außerdem vielleicht ist der Kerl ja gar nicht tot, vielleicht kann er ihn noch retten wenn er sich beeilt?
00:22:58: Hat er nicht mal gelesen dass die Überlebenschancen im kalten Wasser höher sind weil der Kreislauf runterfährt?
00:23:04: oder war es umgekehrt?
00:23:06: Scheiße scheiße!
00:23:07: Er rutscht aus, schlittert ein Stück sieht sie schon auf dem Hosenboden als er am Fallen einen Ast zu packen bekommt der seinen Sturz auffällt.
00:23:15: Er atmet schwer, realisiert dass er direkt am Wasser steht.
00:23:19: Philipp zögert nur kurz.
00:23:22: Ohne die Schuhe auszuziehen steigt er ins eiskalte Wasser, schnaubt überwindet sich und greift den Mann unter den Armen um ihn umzudrehen.
00:23:30: Irgendetwas klemmt!
00:23:32: Er geht in den Ausfallschritt, stemmt sich mit einem Fuß in den schlammigen Grund zieht fester spürt bis in seine Handflächen ein grauenhaftes Reißen im Körper des Mannes als wäre in ihm etwas aufgeplatzt.
00:23:44: Erschrocken lässt er den Mann los, betrachtet die Gestalt im Wasser.
00:23:48: Das blonde Haar, das in der Strömung hin und her treibt.
00:23:51: Und dann fällt ihm etwas auf, dass ihn vorhin an seiner Panik entging.
00:23:55: Der Mantel bläht sich nach oben Der Oberkörper aber befindet sich auf ganzer Länge unter Wasser Scheint darin zu stehen.
00:24:03: Wie kann das sein?
00:24:04: Warum treibt er nicht davon?
00:24:05: Liegt er auf etwas?
00:24:07: Nadine Kommst du mal!
00:24:09: Ich kicke ihn nicht alleine hoch.
00:24:11: Sekunde, ich bin gleich bei dir.
00:24:13: Scheiße!
00:24:14: Wo bleibt der Notarzt?
00:24:16: Er hört seine Kollegen näher kommen Das Knacken von gefrorenem Laub und Ästen.
00:24:21: Seine Aufmerksamkeit ruht auf dem Körper.
00:24:23: Er hängt nirgends fest.
00:24:25: Keine Wurzeln oder Äste schlingen sich um ihn.
00:24:28: Warum also kann er ihn da nicht bewegen?
00:24:30: Kurzerhand lässt er sich in die Hocke sinken kniet sich ins Wasser.
00:24:34: Es steht ihm bis unter den Schritt.
00:24:37: Nervös tastet er unter dem Mann, berührt etwas.
00:24:40: Es ist porös und gleichzeitig glitschig.
00:24:42: Und oh Gott, nein!
00:24:45: Bitte nicht!
00:24:46: Einen trockenes Wirken.
00:24:48: Irgendwie schafft er es aus dem Fluss, schleppt sich an der Dien vorbei.
00:24:51: Die Hose, seine Jacke die Schuhe Alles ist vollgesogen und hängt Tonnen schwer in ihm herunter So dass ich jeder Schritt anfühlt als würde er durch Treibsand warten.
00:25:00: Er zwingt ihn zu Boden – und dann kommt es ihm hoch Wirkt und weint, wie er noch nie geweint hat.
00:25:12: Soll Nadine's doch sehen?
00:25:13: Und es den anderen erzählen ist ihm scheißegal alles scheiß egal!
00:25:17: Er wird diese Bilder nie mehr los.
00:25:19: Sie haben sich in seine Netzhäute gebrannt in seiner Seele.
00:25:22: Er wird an diesen Mann denken bis ans Ende seiner Tage.
00:25:25: Niemand hat ihn auf das hier vorbereitet.
00:25:32: Oh Gott was für ein Cliffhanger.
00:25:37: Ich find die Szene auch doll Als ich die das erste Mal gelesen hab hatte Echt mit den Tränen zu kämpfen, weil ich sehr nah immer dran bin an diesen Ersthelfern.
00:25:49: Und wenn mir das so ein großes Anliegen ist, denen auch eine Stimme zu geben und eine Perspektive.
00:25:56: Also ich habe wahnsinnige Hochachtung vor allen Feuerwehrleuten, vor allen Notärztinnen, vor Sanitätern die eben in ihre Einsatzfahrzeuge steigen und nicht wissen wohin geht es jetzt?
00:26:07: was erwartet uns da?
00:26:08: Natürlich haben sie Seelsorge aber Das bleibt ja trotzdem in dir hängen, wenn du diese Bilder mal siehst und sowas erlebst.
00:26:15: Absolut!
00:26:16: Und das ist dir total gelungen weil ich finde es merkt man... Man ist so nah dran, das ist so atmosphärisch und das ist ja so dicht einfach an dieser Figur dran.
00:26:26: und noch dazu ist es natürlich total schön wenn du diesen Hintergrund auch noch hast mit welchem warum du das verknüpft?
00:26:35: Ja also auf jeden Fall ein großes Anliegen.
00:26:41: Wie soll ich sagen?
00:26:43: Ich finde, in der Spannung geht es so häufig.
00:26:45: Also die zentriert sich so häufig perspektivisch um den Täter.
00:26:49: was hat ihn dazu getrieben, wieso ist er so geworden, was sind die Motive und so... Und ich kann das verstehen!
00:26:55: Das ist auch wichtig, das gehört auch dazu.
00:26:56: aber für mich kommen da oft andere Perspektiven zu kurz und die möchte ich zeigen und das sind einfach die Angehörigen, die auch zurückbleiben.
00:27:04: dieses Netz in das wir alle eingeflochten sind Das zeigt, das war nicht nur ein Opfer.
00:27:08: Irgendeine Nummer auf einem Kühlfach in der Rechtenmedizin, sondern es waren Menschen mit Freundinnen und Nachbarn, mit Kindern, Enkelkindern, Partnerinnen usw.
00:27:18: Und es ist mir ganz wichtig die zu zeigen weil ich glaube man kann dann wirklich erfassen welche Brutalität so einen Gewaltverbrechen hat wenn man die auch sieht im Schmerz.
00:27:30: Die habe ich ja lange gesehen in ihrem Schmerz, ich hab mit denen gesprochen auch als Redakteurin und später auch Gerichtsreporterin.
00:27:36: Und sind die Gespräche gewesen, die mir am Aller nächsten gegangen sind?
00:27:41: Ich wusste wenn ich mal selber Bücher schreibe dann werde ich die... dann werde ich die zeigen.
00:27:46: Ich werde dir eine Stimme geben, das war mir so wichtig.
00:27:48: und genauso wichtig ist es mir auch eben die Einsatzkräfte, die auch berührt werden durch solche Fälle zu zeigen und nicht sie zu zeigen als wie sie manchmal dargestellt werden total abgebrüht und abgeklärt und professionell distanziert und so sondern eben als Menschen die auch Schiss haben wenn Sie sich da auf den Weg machen und die auch hinterher vielleicht ein bisschen traumatisiert sind und einfach in Teilen auch gut in der Lage sind solche Dinge von sich dissoziieren, aber nicht unbedingt das verarbeitet bekommen.
00:28:17: Das ist schon hart was die tagtäglich erleben und wir nehmen das oft so als selbstverständlich.
00:28:22: Aber ich habe die Erfahrung gemacht dass es bei jedem Einsatz wieder für die total herausfordernd ist auch stresst.
00:28:32: Das macht deine Bücher natürlich jetzt viel schichtiger.
00:28:38: Ich wollte da eh noch drauf zu sprechen kommen, auf deinen beruflichen Hintergrund der natürlich da rein spielt und der dir ja einen ganz anderen Erfahrungsschatz mitgibt als Autoren und Autorinnen die das eben nicht haben.
00:28:51: Und das ist ja was was definitiv in deinen Büchern Einfluss hat.
00:28:58: Ja schon also dieser journalistische Background hat mir auch geholfen was diese ganze Recherche angeht.
00:29:05: Also ich habe akribisch recherchiert, also so doll recherchierte es meine Agentin die Monika Kämpfe irgendwann auch zu mir meinte Christo schreibst hier aber auch keinen Sachbuch.
00:29:15: das soll ja auch noch unterhaltend sein und dass ist dann auch immer so.
00:29:18: die Kunst diese ganzen Informationen die man dann so kuratiert in so eine unterhaltsame Handlung einfließen zu lassen und nicht ne Nabelschaub zu betreiben um zu zeigen hier schaut mal was ich alles weiß!
00:29:29: Also da war's natürlich super hilfreich und ich verarbeite Wahnsinnig viel, also viel was ich erlebt habe.
00:29:36: Zum Teil ja auch nur auf das zweite Hand.
00:29:38: aber wir wissen ja auch dass auch Fotos, auch Videoaufnahmen traumatisch sein können.
00:29:44: deswegen ich finde es auch ganz krass diese Entwicklung auf Social Media als ich weiß nicht vor fünfzehn Jahren oder ja siebzehn, achtzehn Jahre angefangen ab in der Redaktion da wurden uns zum Teil natürlich von den Nachrichtenagenturen Videos aus Kriegsgebieten eingespielt die kuratiert waren von den Reporterinnen vor Ort.
00:30:02: Und heute sind das Videos, die einfach random in dein Feed gespült werden bei Instagram.
00:30:07: Bei TikTok!
00:30:08: Du bist nicht darauf vorbereitet was dich da erwartet.
00:30:10: du hast gerade noch irgendwie ein süßes Katzenvideo dir angeschaut und dann im nächsten Slide siehst du schon sowas Brutales Das aber nur so als Randnotiz, das kann halt auch echt traumatisch sein.
00:30:22: Und ich finde es so schön jetzt von diesem True Crime Genre ins Fake-Crime Genre gewechselt zu haben weil ich jetzt bestimmen kann wie's ausgeht dass die bösen bestraft werden und die guten gewinnen.
00:30:34: Und das fühlt sich nach Selbstermächtigung an nachdem ich einfach lange einfach nur erst gekommen bin wenns zu spät war und ja eh nichts ausrichten konnte.
00:30:44: Das kann ich mir gut vorstellen, dass das ein Verarbeitungsprozess ist.
00:30:48: Und ich habe mich gefragt würdest du sagen deine beiden Bücher basieren auf Fällen mit denen du zu tun hattest die vielleicht auch sogar mehrere, die du zusammengezogen hast oder ist es eher eine allgemeinere Art des Verarbeitens?
00:31:06: Also mein erstes Buch, fünfzehn Sekunden, basiert auf einem realen Fall der mich heute auch immer noch sehr beschäftigt, manchmal denke ich daran.
00:31:17: Das war ein ganz schlimmer Verkehrsunfall, der reingekommen ist.
00:31:20: Da hat eine Linksabbiegerin an der Ampel übersehen, dass da eine Fußgängerampel ist und das da auch Menschen gerade drüber gelaufen sind über die Straße und sie hat zwei Menschen erfasst, die sind noch am Unvollort gestorben.
00:31:32: ja und diese Frau, das nie verwunden, ich habe Jahre später erfahren, dass er sich später das Leben genommen hat.
00:31:40: Deshalb so ein schlimmer Fall auch, weil er mir ganz deutlich gezeigt hat dass uns das allen passiert kann.
00:31:46: Also es reicht ja so einen kleinen Moment der Unaufmerksamkeit ich weiß nicht man kramt gerade einen Bombon aus der Handtasche oder man stellt den Radio Sender um und das reicht schon.
00:31:54: dieser kurze Moment wo die Augen eben nicht auf der Straße sind Die Aufmerksamkeit woanders und dein ganzes Leben dreht sich.
00:32:01: Und diese Kipppunkte dreht es sich auch.
00:32:04: fünfzehn Sekunden, ich wollte die zeigen.
00:32:06: Ich wollte zeigen wie schnell ein Leben sich von Grund auf ändern kann.
00:32:09: so einen Moment und alles ist anders.
00:32:13: So startet das Buch mit einem sehr schweren Verkehrsunfall.
00:32:17: Bei vier Minuten Stille würde ich sagen was wirklich mein Anliegen einmal an Cold Case auch zu zeigen.
00:32:30: Da hat mich der Fall von Wolfgang Silaf total berührt, ich weiß nicht ob du den kennst.
00:32:34: das ist der ehemalige LKA-Leiter in Hamburg.
00:32:38: Der hat ganz viele Jahre nach seiner Schwester Birgit Meier gesucht.
00:32:42: Die ist irgendwann in den Achtzigern spurlos verschwunden und ihnen hat das nie losgelassen.
00:32:46: Und als er dann in Pension gegangen ist, hat da so eine private Ermittlungsgruppe gegründet, bestehend aus ebenfalls pensionierten Rechtsmedizinern, Spurensichererinnen
00:32:54: usw.,
00:32:54: und die haben diesen Fall Birgit Meier nochmal neu aufgerollt und haben es tatsächlich geschafft ihn zu lösen und den ins Zusammenhang zu bringen mit einem Serienmörder der damals ... Sein Unwesen getrieben hat, da gibt es auch einen sehr guten Podcast von Zeit Verbrechen zu.
00:33:09: Der heißt die Gördermorde kann ich total empfehlen.
00:33:12: und dieser Wolfgang Silaf der hat mich so berührt also dieses nicht aufgeben an der Hoffnung festhalten weiter suchen dran bleiben dass sich wusste irgendwann möchte ich auch mal so ein Fall schreiben weil das sind auch die Gespräche dich so mitgenommen habe, auch mit nach Hause die ich eben nicht professionell distanziert dann bei der Arbeit lassen konnte.
00:33:40: Wenn ich mit Angehörigen gesprochen hab von vermissten Kindern und so weiter zu sehen wie sehr sie zerreißt dass das ganze Leben eigentlich auf Pause gestellt ist solange Sie nicht wissen was es mit meinem Kind passiert wo ist das gerade?
00:33:56: geht's dem gut muss es sehr leiden es ist schnell gegangen usw.
00:33:59: all diese Fragen Die haben sich so gequält und haben auch dann oft gesagt, sie wünschen sich eigentlich nur Gewissheit damit Sie irgendwie abschließen können.
00:34:07: Damit sie auch trauern können Und ich glaube deswegen wollte ich so gerne mal diese Perspektive einnehmen und einem Buch schreiben das dass dieses Stimmen zeigt und so einen Fall zeigt aber auch eine Hoffnung transportiert Dass egal wie lange sowas zurückliegt.
00:34:24: es gibt immer hoffnungen auch mit neuen technologien Mit neuen spuren die auftauchen zeugen usw.. ein Unrecht, das in der Vergangenheit begangen worden ist.
00:34:33: Heute noch gesühnt werden kann und geheilt werden
00:34:36: kann.".
00:34:38: Das was du ansprichst mit den Angehörigen gerade das mit Kindern.
00:34:42: also wir haben ja beide selber Kinder und ich glaube es ist ja der schlimmste Albtraum die man sich als Mutter vorstellen kann dass irgendwas mit dem eigenen Kind passiert.
00:34:51: wie lange hast Du das gemacht?
00:34:52: Wie lange hast du gearbeitet mit Ja...in diesem Bereich?
00:34:57: Also ich hab fünfzehn Jahre insgesamt in der Redaktion gearbeitet, bin dadurch verschiedene Ressorts getingelt.
00:35:03: Ich habe dann sieben Jahre im Nachrichtenrestaurant gearbeitet und habe das aber auch schon während meines Volontariats gemacht.
00:35:08: Da war ich zum ersten Mal vor Gericht auch und habe ein Prozessberichterstattung gemacht.
00:35:13: Man hat es später in der Nachrichtenredaktion auch gemacht.
00:35:16: Aber mein Hauptjob war natürlich Redakteuren vor Ort.
00:35:19: Diese Gerichtsreportagen habe ich ab und zu auch mal gemacht.
00:35:25: Geht
00:35:26: man damit um?
00:35:26: Also hattest du irgendwelche Ventile, wie du damit klargekommen bist.
00:35:34: Wir hatten auch eine Seelsorgerin, die habe ich auch ein zweimal angerufen und es hat mir auch gut getan weil sie verschiedene Strategien gezeigt hat seine Gefühle besser managen kann.
00:35:47: Da gab es zum Beispiel so ein Bild von einem Orchester und das ich mir vorstelle, okay die Wut ist gerade sehr laut und ich bitte dir Wut jetzt mal bisschen sich runter zu pegeln und dass später Zeit für diese Wut und nicht jetzt.
00:36:01: Also das waren schon ganz hilfreiche Strategien.
00:36:04: aber das Ding ist ja... Ich habe die Sachen ja trotzdem gesehen und gehört und das vergisst man nicht und ich glaube das ist so ein bisschen wie Pflaster auf einen Bruch kleben Das macht da nicht mehr so viel.
00:36:15: Ich glaube, was mir geholfen hat ist wirklich dass ich dann irgendwann den Cut gemacht habe.
00:36:20: also ich hab gekündigt vor drei Jahren weil ich gemerkt habe das ich die professionelle Distanz gar nicht mehr waren konnte dass mir das alles viel zu nahe ging gerade wenn eben Fälle mit Kindern rein kam.
00:36:31: ich habe sie immer öfter abgegeben.
00:36:33: wenn es möglich war war's halt nicht immer.
00:36:35: ich habe das viel zu sehr alles an mich rangelassen und habe gemerkt ja eigentlich entweder Stumpfe ich jetzt hier ab und verliere meinen Einführungsvermögen, meine Empathie oder ich gehe daran irgendwie kaputt.
00:36:50: Und ich habe mich dann für die dritte Variante entschieden.
00:36:52: Ich bin gegangen... Immer diesen Traum vom Schreiben.
00:36:57: Ich habe morgens um vier schon an meinen Büchern geschrieben oder abends, wenn die Kinder im Bett waren und hatte schon ein Manuskript fertig.
00:37:05: Das war vier Minuten Stille und schrieb gerade am zweiten, das ist fünfzehn Sekunden.
00:37:08: also wir haben die Reihenfolge später vertauscht.
00:37:10: Und ich hab gedacht ja, wenn nicht jetzt wann dann?
00:37:13: Also ich probiere es einfach mal.
00:37:14: Ich gebe mir dieses Jahr Zeit.
00:37:16: Ich hab noch ein paar Rücklagen und was soll passieren, wenn's schief geht gehe ich halt zurück So what?
00:37:21: Aber ich will das einmal probiert haben.
00:37:23: Ich will einmal wissen, ob ich diese Bücher veröffentlichen könnte und in diesem Beruf auch arbeiten könnte als Autorin.
00:37:30: Und zum Glück habe ich dann recht schnell meine Agentin gefunden.
00:37:34: Das war glaube schon zwei Monate später und ein Monat darauf hatte mein letzten Arbeitstag.
00:37:40: Im Januar sind wir an die Verlagerung getreten und haben das Projekt vorgestellt.
00:37:45: Und im April haben wir dann schon die Verträge abgeschlossen.
00:37:49: Also ich habe wahnsinniges Glück gehabt.
00:37:50: Ich bin da total auf die Füße gefallen und das hätte auch total anders enden können.
00:37:56: Ich hab meinem Vater da auch gar nichts davon erzählt, dass ich gekündigt habe nach vierzehn Jahren Festanstellungen.
00:38:00: Ich glaube der wär dezent ausgerastet weil er halt sein Leben lang bei einem Arbeitgeber war hat im Schichtbetrieb gearbeitet beim Werk bei Mercedes Und es ist einfach ein sehr verantwortungsbewusster Sicherheitsmensch.
00:38:13: Es hat er mir sicherlich auch eingeimpft oder so ein bisschen mitgegeben und ich konnte mir ungefähr vorstellen, was er sagen würde.
00:38:19: Deswegen habe ich das lange eben nicht erzählt dass ich gegangen bin und erst als wir die Verträge fix haben da hab' ich ihn dann angerufen und gesagt du übrigens Ich bin da gar nicht mehr!
00:38:27: Ich mach jetzt was anderes.
00:38:30: Ja
00:38:30: Wie war seine Reaktion?
00:38:33: Also... Er hat noch viele, also jedes Mal wenn wir uns danach getroffen haben.
00:38:38: Hat er mich immer noch gefragt ob ich dann noch Kontakt hätte zu den alten Kolleginnen und ob ich denn theoretisch ja noch zurück könnte und so.
00:38:46: Und ich habe ihm halt jedes mal gesagt das ist ein Grund hatte warum ich gegangen bin und dass ich jetzt viel viel glücklicher bin.
00:38:52: Ich glaube inzwischen hat das kapiert.
00:38:53: bei unserem letzten Treffen hat er nämlich nicht nachgefragt.
00:38:56: Das ist mir aufgefallen!
00:38:58: Also ich feiere dich ganz enorm dafür dass du diesen Schritt gegangen bist.
00:39:02: zum einen Ich poste momentan auf Instagram morgens immer so eine Intention für den Tag und heute erlautet die, ich gehe los für meine Träume.
00:39:11: Und... ...ich finde das ist so wichtig!
00:39:14: Das spiegelt sich ja jetzt auch in deinem Erfolg wieder.
00:39:17: aber wirklich das einfach zu versuchen weil wie du sagst was im schlimmsten Fall ja geh ich zurück Aber dann habe ich es wenigstens probiert und zum anderen war das glaube ich wirklich bitter nötig als Selbstschutz.
00:39:30: Ja
00:39:31: total alles richtig gemacht
00:39:33: weil ich Not wär.
00:39:35: Und du hast schon recht für Neigen immer dazu, auch unsere Träume auf morgen zu vertagen und zu denken ja das mach' ich dann wenn das und das eingetreten ist, wenn ich in Rente bin, wenn die Kinder aus dem Haus sind
00:39:45: usw.,
00:39:46: ganz viele Wenn-Dann-Szenarien.
00:39:49: Aber in dem Jahr bevor ich gekündigt hab, sind in meinem Umfeld so ein paar Schicksalsschläge gewesen.
00:39:55: Da sind Menschen gestorben auch noch Träume hatten und Pläne.
00:40:00: Und die haben sie immer auf die lange Bank geschoben, dann hab ich gefragt, was ist denn wenn es keinen Morgen gibt?
00:40:06: Ich will nicht irgendwann auch achtzig sein und zurückschauen und bedauern, was ich nicht gemacht habe.
00:40:11: Das war für mich wie so ein Wake-up Call, also dass ich so schlimm das alles auch war, für mich nochmal ganz krass die Perspektive bekommen hat, was will ich eigentlich mit meinem Leben anfangen?
00:40:24: Vielleicht ist es gar nicht so langen, wie ich denke oder warum nicht heute!
00:40:28: Warum morgen?
00:40:29: Ich habe auch immer gedacht, dass ich totaler Sicherheitsmensch bin.
00:40:32: Wie sich herausgestellt hat, stimmt das gar nicht so!
00:40:35: Ich bin einfach sehr, sehr autonom und super mit der Selbstständigkeit zusammen.
00:40:40: Aber... ...ich hab ja eingangs erzählt wie schwierig diese Branche ist.
00:40:43: Du weißt es selber auch sehr gut.
00:40:45: Und das war auf jeden Fall ziemlich hierarchierig.
00:40:47: Also ich würde es nicht zum Nachahmen empfehlen.
00:40:49: vielleicht probiert man zuerst mal zweigleisig also Brotjob Parallel versuchen, einen Verlagsvertrag zu finden.
00:40:56: Aber ich glaube, ich war zu dem Zeitpunkt einfach so erschöpft von diesem sich aufreiben zwischen Familie und Job.
00:41:05: Ich bin ja auch noch verheiratet.
00:41:07: Ich habe Freundinnen und Freunde, ich hab auch Hobbys ... Und das...ich bin nichts mehr gerecht geworden!
00:41:12: Und ich wusste, ich muss jetzt einfach mal ein Cut machen.
00:41:14: Ich will mich einfach mal auf eine Sache voll und ganz fokussieren und gucken was dann dabei rauskommt.
00:41:22: Also ich habe es keinen einzigen Tag bereut seitdem.
00:41:28: Um wir zurück zu deinem Buch, ich würde gerne mit dir über deine Hauptfigur sprechen.
00:41:35: im ersten Buch war das ja quasi Farra Rosendahl die Rechtsmedizinerin und jetzt hast du den Fokus auf Vase Rahimi.
00:41:45: sagst du mir noch mal Vase?
00:41:47: Vase-Rahimi!
00:41:47: Danke dir auch Vase Rahimi gelegt.
00:41:54: Erstmal, warum hast du diesen Schiff gemacht?
00:41:57: und zweitens wenn du ihn charakterisierst mit drei Worten.
00:42:03: Was fällt jetzt als erstes zu ihm
00:42:05: ein?
00:42:06: Das ist einfach!
00:42:08: Also den Shift habe ich gemacht, weil ich von Anfang an wusste dass ich das so ein bisschen serienmäßig aufbauen will im Sinne von dass immer eine andere Figur im Zentrum steht.
00:42:19: Fahrer die im ersten Teil bei fünfzehn Sekunden ne sehr zentrale Rolle hat Die tritt im zweiten Teil ziemlich zurück hat da so einen kleinen Gastauftritt.
00:42:28: Dafür steht Ja, warse mehr im Zentrum und sein bester Freund Lennart Beer.
00:42:33: Und warse würde ich charakterisieren als loyal verantwortungsbewusst und echten Freund.
00:42:41: Apropos Namen?
00:42:42: Wenn ich jetzt übersprechende Namen nachdenke, woher kommt dieser Name und warum hast du den gewählt?
00:42:48: Also Base... Hieß der Personal Trainer meines Onkels.
00:42:52: Der hat ihn einmal die Woche über einen Platz gescheucht und ich fand den Namen so cool, dass ich mit dem Namen damals notiert habe, wie ich mir alle Namen notiere, die ich irgendwie cool finde.
00:43:02: Und als ich dann die Figur entwickelt hab da wusste ich sofort das ist Wase!
00:43:06: Das war völlig klar... Und bei Fahrer ist es so, ich komme ja aus dem Norden ursprünglich also aus Oldenburg und da lernen die Kinder lesen und schreiben mit zwei Figuren.
00:43:16: Die heißen Fahrer und Fu.
00:43:17: Das sind zu zweihundert.
00:43:18: Da gibt's auch Handpuppen zu und Bücher.
00:43:21: Und Fahrer habe schon immer geliebt den Namen und dann war Fahrer Rosendahl geboren.
00:43:27: Lennart heißt mein Mann mit zwei Vornamen und den Namen fand ich auch immer schon toll.
00:43:32: Dann hab' ich mir den ausgelehnt!
00:43:35: Ich hab mir zur Wahse notiert... Wase vergisst die Toten nicht, nicht ihren Namen und ich vermute auch andere Details nicht.
00:43:42: Stimmt das?
00:43:44: Ja also das ist genau so.
00:43:46: ein Beispiel dafür von Ermittlenden, die Auch in der Pronsion noch an bestimmte Fälle denken müssen.
00:43:54: Ich denke gerade an Ingotil.
00:43:56: Der hat ja diesen Mordfall Mirko begleitet, der Junge ist damals in Grieffrad.
00:44:01: Ich glaube, es war das Spulus verschwunden und später wurde Olaf Hahn verurteilt wegen Mordes.
00:44:07: Und er hat diese Soko-Mirko geleitet und des Letztes Jahr gestorben.
00:44:11: Und ich meine oder ich erinnere mich daran dass ihn dieser Fall auch sein Leben lang eigentlich nicht mal losgelassen hat.
00:44:18: Und so es war sie auch!
00:44:19: Also der ist sehr empathisch, der geht sehr mit in seinen Fällen auch emotional.
00:44:24: Der lässt sich darauf ein... Manchmal merkt er die Fälle kommen ihm zu nah, wenn er zu sehr auch ins Mitgefühl kommt bei den Angehörigen und er überhaupt nicht mehr von sich fernhalten kann.
00:44:37: Aber das macht ihn als Ermittler auch sehr gut.
00:44:39: Das zeichnet ihn aus weil er dadurch eine bestimmte Feinfühligkeit hat und er ist in der Lage, sich sowohl in die Opfer als auch in die Täter so reinzuversetzen.
00:44:50: Und nachzuvollziehen was da passiert sein könnte.
00:44:53: Und er spürt also Zwischentöne im Gespräch mit Zeugen und Zeugen.
00:44:59: Also der ganz feine Antennen.
00:45:02: Magst du etwas zu Wasis Background sagen?
00:45:04: Also vielleicht irgendwas auch tatsächlich, was für die Entwicklung der Figur gebraucht hast, was du dann aber im Buch gar nicht verwendet hast.
00:45:13: Ja, also ich hab's schon verwendet.
00:45:16: Aber ich hatte Lusten, Ermittler-Typ zu schreiben der mal so anders ist als die klassischen Ermittlern dies Jahr.
00:45:23: ne Zeit lang gab es gab diesen Trend von Ermitteln, die eben ja Alkoholprobleme haben und sozial ziemlich unverträglich sind und frisch geschieden und irgendwie schlechter Kontakt zu den Kindern usw.
00:45:36: Und ich hatte lusten psychisch gesunden Ermittlar zu schreiben viele gesunde Anteile hat, der auch keinen Kaffee trinkt.
00:45:44: So wie ich, der stattdessen immer so eine Thermoskranne Ingva-Theme mit sich rumträgt, der Yoga macht, so wie ich.
00:45:50: Der meditiert auch gerne mal im Einsatzwagen vor irgendeinem Einsatz und der zwar von der Ausstrahlung her sowas total autoritäres hat.
00:46:00: wenn du den aber dann kennenlernst und das ist zu meinen ostfriesisches Erbe vielleicht was da eingeflossen ist, dann merkst du dass er ein total weichen warmen Kern hat.
00:46:09: Ja, wenn du den einmal an deiner Seite hast dann für immer.
00:46:12: Also ein ganz ganz loyaler, zugewannter und einfühsamer toller Mensch.
00:46:17: also du merkst ich komme immer ins Schwärm wenn ich von ihm rede weil das liegt gar nicht daran dass ich so selbstverliebt bin in meiner eigenen Figuren sondern das liegt daran dass der mein Mann extrem ähnlich ist.
00:46:27: Das habe ich letztes Jahr auf der Lesereise so für mich auch erst gemerkt.
00:46:32: es hab ich beim Schreiben gar nicht so bewusst gehabt Aber der hat sehr viele Attribute, die mein Mann auch hat.
00:46:37: Und deswegen liebe ich diese Figur einfach sehr, sehr doll.
00:46:43: Wow!
00:46:43: Da steckt ganz viel drin was Vase total interessant macht für die Leser und Leserin finde ich.
00:46:50: Ich habe eine kleine Stelle aus dem zweiten Buch herausgesucht, die ich sehr interessant fand aus Vases Perspektive.
00:47:01: Und zwar aus dem dritten Kapitel.
00:47:04: Verbrechen hinterlassen einen unsichtbaren Marker in der Atmosphäre.
00:47:07: Man könnte es auch als ein Aufruhr der Moleküle bezeichnen, als eine Art feinstoffliches Trauma.
00:47:15: Vasera-Hemis geschulte Antennen können das wahrnehmen.
00:47:19: Was isoterisch klingt ist im Grunde zu Bauchgefühl geronnene Erfahrungen – Ein Muskel, der durch konstantes Training stark und verlässlich ist.
00:47:30: Sie wissen intuitiv, wann es Zeit ist ein brennendes Gebäude zu verlassen bevor's einstürzt oder Ärztinnen die in der Notaufnahme eine Krankheit diagnostizieren.
00:47:39: Die sich hinter widersprüchlichen Symptomen versteckt.
00:47:43: bei Wase ist das Echo des Bösen dass er nach vielen Jahren als Mordermittler spürt Es halt nach und hat auch dieses Haus berührt den Garten und die Tote Frau Hat mich sehr berührt und hat mir ganz viel von Vase schon gezeigt, einfach in diesem kurzen...
00:48:06: Ja das bringt es ziemlich gut auf den Punkt.
00:48:10: Zum Aufbau von deinem Buch.
00:48:12: hast du eine bestimmte Struktur gewählt?
00:48:16: Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
00:48:18: der erste Teil heißt kaputt Der zweite Teil ist Scherben und der dritte Teil heißt Licht.
00:48:24: Und das ist abgeleitet von einem Zitat mit dem das Buch auch startet So viel kaputt, aber so vieles nicht.
00:48:33: Jede der Scherben spiegelt das Licht und ... Das ist ein Zitat aus dem Lied Kaputt von Wir sind Helden.
00:48:42: Das hat mich extrem intensiv während des Schreibens in diesem ganzen Schreibprozess begleitet, der ja auch viele Jahre gedauert hat.
00:48:51: Von der Idee zum fertigen Buch Ich weiß nicht, dieses Zitat resoniert so stark in mir.
00:48:57: Dieses Lied hat was in mir heile gemacht durchs Hören.
00:49:00: Manchmal kann Kunst sowas ja wenn sie so richtig in uns etwas trifft und es hat für mich auch den Kern der Geschichte widerspiegelt.
00:49:09: Es hat mich immer wieder daran erinnert warum ich das schreibe.
00:49:11: Also ich will zeigen Ja da ist was kaputt Da sind Scherben aber da ist immer Licht.
00:49:16: Das war eigentlich... der Anspruch, den ich hatte an dieses Buch oder das was ich vermitteln wollte.
00:49:21: Natürlich sind es schwere Themen aber es gibt auch immer wieder helle Momente und neben der Dunkelheit gibt es immer wieder auch so Hoffnung und auch Lachen.
00:49:31: also es gibt durchaus lustige Szenen.
00:49:33: Es ist kein Buch dass einen runterzieht oder so.
00:49:36: Das war mir auch total wichtig Und ich wollte auch, dass die Leserinnen und Lesern mit einem Wabengefühl aus dem Buch rausgehen Mit dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Gefühle der Hoffnung.
00:49:45: Es geht irgendwie weiter Ja, und da habe ich diese Dreiteilung auch gewählt.
00:49:49: Am Ende ist das Licht.
00:49:50: Das klingt nach einer wahnsinnig schönen Mischung!
00:49:52: Und ich bin ganz neugierig darauf, das ganze Buch zu lösen.
00:49:57: Kommen wir nochmal kurz zur Recherche.
00:49:58: du hast ja schon angedeutet und ich glaube, wir haben das alle auch schon mitgekriegt wie gründlich Du recherchierst?
00:50:04: Zum einen bringst du dieses Vorwissen sicherlich aus Deinem früheren Beruf mit aber zum anderen hast du noch mal ganz anders natürlich für die Bücher recherchiert kann nicht mehr vorstellen Wenn du jetzt, also ich hab sofort gemerkt ne?
00:50:19: Recherche, Rechtsmedizin und Polizei.
00:50:21: Ich habe das ja auch alles gemacht.
00:50:22: Und
00:50:24: ich
00:50:24: habe mir aufgeschrieben zum Beispiel... Das fand ich mega spannend!
00:50:27: Du hast das Messen der Rectaltemperatur so gut beschrieben.
00:50:32: Ich kann mich erinnern, ich habe das auch gemacht in einem meiner Krimis.
00:50:35: Und ich musste das verteidigen gegen Slektorat.
00:50:38: Die wollten mir das tatsächlich rausnehmen und ich hab das damals auch im Interview mit dem Rechtsmediziner alles wirklich genau besprochen.
00:50:44: Und... ...ich habe dann auch dafür gekämpft dass es drin bleibt weil erstens so läuft es ab.
00:50:50: und zweitens, das fand ich so toll wie du es beschrieben hast, für den Toten ist das nicht peinlich oder so sondern es geht ja einfach darum, dass sind so wichtige Details für die Ermittler.
00:51:02: Und das zweite, was ich mir notiert habe war die Hutkrempenlinie.
00:51:06: Weil die hab' ich auch mal in den Buch drin gehabt und es sind wirklich so markante Sachen wo man merkt ja okay, die weiß wirklich genau wovon sie schreibt.
00:51:14: Magst du uns ein bisschen speziell von der Recherche für dieses Bruch erzählen?
00:51:18: Vielleicht gab's ja auch irgendein markantes Erlebnis oder irgendwas, was du besonders halt
00:51:23: mit dem Buchrechercher
00:51:24: verbindest.
00:51:26: Also... Ich hab ganz viele Fachbücher gelesen.
00:51:30: Ich habe geschwärzte Obduktionsberichte gelesen, also geschwäzt im Sinne von anonymisiert die eben passten zu dem Verletzungsmuster, das ich hatte dann gerade.
00:51:40: Ich hab seit ganz vielen Jahren schon viel länger als dass ich Bücher veröffentlicht habe.
00:51:44: Ich habe einen Kontakt in der Rechtsmedizin, der mich da immer versorgt mit Informationen und von dem ich mir immer so Realitätschecks hole.
00:51:52: also ich schick dem Dann bestimmte Szenen und er sagt mir ja oder nein und macht Verbesserung vorschläge Und erzählt mir ganz ganz viel über seine Arbeit und wie das funktioniert?
00:52:02: Ich war auch dann schon mal eine rechts medizin schon zweimal jetzt oder dreimal sogar Und hat mir da die Sektionsräume angeschaut und die Kühlkammern, weil mir ist das so wichtig auch wirklich einen sinnlichen persönlichen Eindruck vor Ort zu haben.
00:52:16: Und mein ganzes Wissen nicht nur von Google irgendwie oder aus irgendwelchen Büchern zu haben, weil das ist am Ende des Tages auch nicht spezifisch genug.
00:52:23: also wenn du so ein ganz konkreten Fall hast dann passen diese Sachen in der Regel nicht und dann musst du wirklich nochmal mit einem Experten reden.
00:52:31: Das kannst du ja auch noch sehr gut Und ich weiß nicht, mir gibt das so richtig viel.
00:52:36: Ich finde es toll!
00:52:38: Ich bin von Natur aus extrem neugierig und das kommt mir dann natürlich auch zu Gute, dass die Leute merken, dass ich ein ehrliches Interesse an ihnen habe und ihrem Job und auch eine Interesse daran, die Arbeit möglichst authentisch darzustellen und da keine Schnitzer reinzuhauen.
00:52:56: eine sinnliche Erfahrung, die auch ins Buch eingeflossen ist.
00:53:00: Ich war da in der Rechtsmedizin und wir hatten uns alles angeschaut.
00:53:04: Und ich kam dann hinterher an die frische Luft und habe mir beim Edeka so ein Take-away Sushi geholt und saß auf der Bank und wollte dieses Sushi essen und hab gedacht das Sushi schmeckt nach Leiche!
00:53:16: Ich hab noch nie ne Leiche verspeist aber ich hab dann gemerkt, alles an mir meine Klamotten, meiner Haare, meine Haut... Jede Pore hatte diesen Verwesungsgeruch an sich.
00:53:26: Und ich bin dann ins Hotel und habe mich geduscht, hab mich umgezogen, hab dann noch mal versucht das Sushi zu essen.
00:53:33: Es war immer noch da!
00:53:34: Und diese Szene ist auch im Buch gelandet.
00:53:36: nur dass jetzt Farah Rosendahl auf der Bank sitzt und ihr Leichensushi verspeist.
00:53:40: Aber das ist einfach unbezahlbar wirklich selbst mal vor Ort gewesen zu sein ja und nicht nur bei Google Maps oder so sich mal anzugucken oder auf der Homepage.
00:53:48: also ich kann das wirklich nur empfehlen.
00:53:50: falls jetzt jemand zuhört der die In dem Genre vielleicht schreibt oder ein anderes Genre, es ist halt so... Es ist auch so inspirierend und so spannend dahin zu gehen.
00:54:01: Das zündet bei mir immer total was an.
00:54:03: Ja, das macht das Schreiben einfach nochmal viel dreidimensionaler, viel erlebbarer und intensiver.
00:54:11: Absolut!
00:54:11: Das unterschreibe ich dir sofort.
00:54:13: Ich war tatsächlich mal bei einer Obduktion dabei.
00:54:15: Mit siebzehn habe ich einen Praktikum bei der Staatsanwaltschaft machen dürfen Und in diesem Rahmen hat man mich auch gefragt ob ich ob ich das möchte bei einer Optik zu ... Ich hab erst mal gesagt, no way.
00:54:25: Aber
00:54:26: dann habe ich mir gedacht, na ja gut, warum nicht?
00:54:28: Ich hab damals noch mit dem Gedanken gespielt, Jure zu studieren.
00:54:32: Ich wollte in die Staatsanwaltschaft und ist alles ganz anders gekommen aber als Staatsanwalt hätte ich das rein theoretisch auch machen müssen mal dabei sein Und da probiere ich es lieber jetzt gleich aus, ob ich's kann.
00:54:44: Und ich kam mich noch so genau daran.
00:54:46: also dass hat sich mir so eingeprägt.
00:54:48: Es ist auch an verschiedene Bücher eingeflossen einfach dieses Wie es da riecht, wie es da aussieht.
00:54:53: Wie die Arbeiten, wie sie miteinander gesprochen haben und ich apropos Essen... Ich hatte auch so ein Schlüsselerlebnis danach.
00:54:59: Ich bin danach nämlich in der Kantine gewesen.
00:55:01: Es war dann irgendwie kurz vor Mittag und es gab an dem Tag Spaghetti mit Hackfleischsoße.
00:55:06: Was ist das?
00:55:08: Ich bin am dem Tag zum ersten Mal Vegetarierin geworden!
00:55:11: Ding
00:55:12: gar nicht, das war.
00:55:13: Und dann hatte ich zwei Wochen später noch ein ähnliches Erlebnis und da war das Thema Fleisch für mich jahrelang durch.
00:55:19: Ich verstehe es so gut!
00:55:20: Das ist so eindrücklich und das kann man wahnsinnig toll verwenden in Büchern, das ist klar.
00:55:29: Mit siebzehnt finde ich schon heavy.
00:55:31: Ja
00:55:32: das war sowieso eine krasse Zeit.
00:55:33: Ich war da zwei Wochen und meine Staatsanwältin hatte als Ressort Jugendkriminalität und Sexualverbrechen Besonders das zweite Thema war für mich.
00:55:41: Ich bin auf dem Land aufgewachsen und ich hab freie Akteneinsicht gehabt, die hat mir als allererstes eine Akte gegeben und hat gesagt, schau dir das an, guck ob du Albträume kriegst und sag mir Bescheid wenn es nicht geht für dich.
00:55:54: Das war so krass!
00:55:55: Ich bin in den zwei Wochen schlagartig erwachsen geworden.
00:55:58: Ja oh Gott...
00:56:00: Und ja davon habe ich auch viel in meine Bücher mitgenommen
00:56:04: natürlich.
00:56:05: Ja glaube ich sofort und es tut mir auch irgendwie total leid weil Ich weiß auch gar nicht, ob es für so was eine Vorbereitung geben kann.
00:56:13: Ob man sich da irgendwie innerlich wappnen kann?
00:56:17: Weil ich glaube, da gibt's nur kaltes Wasser!
00:56:19: Das muss man einmal machen und da kann einen auch niemand so richtig drauf vorbereiten
00:56:23: ne?
00:56:23: Ja definitiv.
00:56:24: also ich meine ich hätte sagen können Es geht für mich nicht.
00:56:26: Ich lasse es.
00:56:27: Ich habe es gemacht die zwei Wochen Und ich hab aber auch in den zwei Wochen... Ich war auch bei einer Verhandlung das waren für Gewaltigungsprozesse.
00:56:34: Da durfte ich mit dabei sein.
00:56:37: Ich fand das alles extrem bereichernd und hab dann aber für mich beschlossen, dass es mein Weg nicht ist.
00:56:42: Weil ich da schon gemerkt habe, wenn ich den Weg gehe ... Zum Beispiel, ich habe einen unfassbaren Hass auf diesen Anwalt der den Täter verteidigt hat bekommen.
00:56:50: allein von dieser eines Situationen wie der mit dieser Frau umgegangen ist Mit dem Opfer.
00:56:57: Ich hab gewusst, das macht mich kaputt, das halte ich nicht aus.
00:56:59: So will ich meinen Berufsleben nicht verbringen Und ich bewundere das unfassbar, wenn Leute das können.
00:57:06: Das denke ich auch.
00:57:06: jedes Mal, wenn ich mit dem Rechtsmediziner meines Vertrauens telefoniere, denke ich so wahnsinnig.
00:57:11: Was der für ein Alltag hat wie er damit klarkommt?
00:57:14: Es ist ja so unfassbar wichtig dass es diese Menschen gibt aber das ist ja auch einen extremen Preis den die Zahlen in diesem Leben.
00:57:24: Ja, es ist...
00:57:28: Apropos Arbeitsalltag!
00:57:30: Ich mache jetzt mal einen Cut.
00:57:30: an der Stelle kommen wir zu deinem Arbeitsalltag und
00:57:36: hast du
00:57:37: bestimmte Rituale, bestimmten Routinen in deinem Schreibprozess.
00:57:41: beziehungsweise jetzt bist du ja eigentlich eher gerade zurück aus dem Veröffentlichungsteil und kehrst zurück an den Schreibtisch.
00:57:49: Magst Du ein bisschen darüber erzählen?
00:57:52: Ja, total gerne!
00:57:53: Ich komme gerade aus einer Phase.
00:57:55: ich habe mal wieder gemerkt das ist ein ganz anderer Modus als ist das Schreiben verlangt, also diese ganze Veröffentlichungszeit die Wochen vorher und nachher.
00:58:05: Da bin ich so im Außen, ich trommel, ich stehe auf Bühnen, ich mache Interviews usw.
00:58:11: Und dass es eine Aufregendephase in der viel passiert.
00:58:18: Ich hab da überhaupt nicht die Ruhe, um mich wirklich hinzusetzen und fokussiert zu schreiben.
00:58:23: Und ich habe dann auch vier oder fünf Wochen kaum an meinem aktuellen Manuskript gearbeitet.
00:58:28: Bin total hinter meinen Zeitplan zurückgefallen, obwohl ich sonst so gut im Timing war.
00:58:32: Ich hab echt gedacht, ich kann vor meiner Deadline abgeben weil es so gut lief.
00:58:37: Jetzt freu' ich mich wenn ich eine Punktenlandung mache!
00:58:39: Also das ist... ich bin wirklich zurückgefallen.
00:58:42: Und jetzt seit ungefähr zwei Wochen schreibe ich wieder oder seit drei Wochen vielleicht sogar Und das ist eine einzige Freude.
00:58:51: Ich liebe es total, wieder am Schreibtisch zu sein und regelmäßig in diese Geschichte reinzugehen.
00:58:56: Ich schreibe aktuell auch an den Wochenenden, obwohl ich mir die eigentlich immer blocke... ...aber dadurch dass mich der ET so zurückgeworfen habe, dann hab' ich jetzt gesagt komme ich beißt in den sauren Apfel!
00:59:05: Ich schreib durch.
00:59:07: Es hat auch so ein bisschen den Vorteil, dass ich dadurch sehr nah an der Geschichte immer bleibe und nicht den Abstand bekomme.
00:59:13: Und eigentlich immer sofort nahtlos anknüpfen kann wenn ich morgens wieder loslege.
00:59:18: Und ja, so Schreibroutinen die ändern sich bei mir auch immer stark.
00:59:21: also ich habe einen Zeit lang morgens immer nachdem ich meine Tochter zum Bus gebracht hab noch einen Spaziergang gemacht hab dann gefrühstückt und noch was gelesen und dann bin ich direkt ins Buch also in mein Buch und habe losgeschrieben.
00:59:35: Und diesen Spaziergang, den mache ich aktuell nicht.
00:59:38: Sondern ich bringe sie zum Bus und dann frühstücke ich und lese... ...und komme dann so ganz gut in diesen Modus, in diesem Kreativmodus vor allem wenn es ein Buch ist, wo ich merke, boah das macht mein eigenes Schreiben besser dieses Buch zu lesen.
00:59:52: Das sind eigentlich die besten Bücher!
00:59:54: Ja, und dann stelle ich mir einen Timer.
00:59:56: Ich mach das Handy in den Fokus-Modus
00:59:58: d.h.,
00:59:59: dass nur bestimmte Anrufe eben durchgehen.
01:00:01: Ich stelle mir so ein weißes Rauschen ein, ich weiß nicht ob du das kennst.
01:00:05: Das gibt es ja beim iPhone da kann man... Da ist so ein kleines Ohr wenn man in die Einstellung geht und dann kann man so einen Hintergrundgeräusch anwählen also Regenrauschen oder Wellenrausch'n oder Feuerprasseln oder irgendwie sowas und ich mache mir da immer Regen an.
01:00:20: Dann habe ich dieses weiße Rausche auf den Ohren und stell mir ein Teil mal auf drei Stunden und dann geht's los!
01:00:26: Und dann lese ich in der Regel erstmal eine manchmal zwei Stunden lese ich nur und überarbeite das, was ich am Vortag geschrieben habe.
01:00:35: Und die letzte Stunde, die letzten anderthalb zwei Stunden mache ich dann Strecke.
01:00:40: Da schreibe ich dann die Seiten, die ich mir als Pensum vorgenommen hab' und ich merke dann eigentlich auch immer nach diesen dreieinhalb, manchmal sind es auf vier Stunden... Dann bin ich leergeschrieben und dann gibt's Mittagessen!
01:00:51: Hast du festes Seitenpensum?
01:00:54: Ja, Moment.
01:00:55: Meine Schreibsoftware hat mir das ausgerechnet.
01:00:57: Ich schreibe mit Papyrus und da konnte ich die Deadline eintragen der rechnet die Wochenenden raus und hat gesagt wenn du auf vierhundert Seiten schreibst also wenn du vierhunderte Seiten mein Skript abgeben willst am Ende dann musst du vier Seiten pro Tag schaffen.
01:01:10: zum Glück dadurch dass sich die Wochenende jetzt noch mitschreibe bin ich bei meinem Seitenkounchen auf drei Seiten runter.
01:01:17: ist es alles schaffbar
01:01:19: mache ich genauso Und ich bin auch immer froh, wenn es die drei Seiten anzeigt.
01:01:24: Ich kriege mal Panik!
01:01:25: Wenn ich dann irgendwie auf die Deadline näher zukomme und er schaltet auf vier hoch, dann merke ich auch so okay jetzt muss sich an den Wochenenden ran, weil das
01:01:32: bei mir genauso.
01:01:34: Ja aber es ist gut, wenn man noch einen Puffer hat.
01:01:35: also wenn du weißt theoretisch könnte ich die Wochenende noch freischalten in Anführungszeichen und da noch ein bisschen Strecke machen.
01:01:42: Ja ja es kritisch wird's wenn man die Wochenenden schon dazu geschaltet.
01:01:45: Dann
01:01:46: ist schwierig.
01:01:48: Ja, vor allem man produziert das ja nicht am Fließbein und kann das immer so ein- und ausschalten.
01:01:53: Jetzt schreibe ich einfach mal vier Seiten sondern es gibt natürlich auch Tage wo ich einfach nur Seiten lösche und nochmal umstrukturiere und wo ich nur eine Seite schaffe.
01:02:02: also ist sehr super unberechenbar.
01:02:05: Ist das bei dir ähnlich?
01:02:08: Definitiv.
01:02:08: Also ich muss ständig damit irgendwie händeln, dass ich sage okay heute habe ich nur eine oder zwei Seiten und dann muss ich das ja irgendwie kompensieren.
01:02:15: Ich rechne auch mal auf ein Woche, auf einen Monat und da kann ich dann immer mit
01:02:18: schieben.".
01:02:19: Es gibt doch so einen lustigen Effekt.
01:02:21: vielleicht hast du den auch an so Tagen wo ich dann mal unvorhofft sieben Seiten schreibe?
01:02:26: Ich weiß genau am nächsten Tag werde ich noch eine Seite schreiben.
01:02:29: So als ob mein Kopf denkt Ja ich hab jetzt ja die Sieben gemacht, dann muss sich morgen ja nochmal drei Seiten schreiben.
01:02:35: Das ist ganz komisch!
01:02:37: Ja, ist ja ein eingebaute Pause auch nicht schlecht.
01:02:41: Das heißt neues Manuskript.
01:02:42: geht es weiter mit dieser Reihe?
01:02:45: Ich weiß gar nicht ob ich das offiziell sagen darf...
01:02:48: Dann sag's nicht!
01:02:51: Das heißt wir rätseln einfach was von Chris Warnert als Nächstes kommt.
01:02:55: Also ich habe schon sehr heimwehnen nach dem Setting und den Figuren.
01:02:59: also ich hab auch Ideen aber es bleibt auf jeden Fall spannend so das kann ich vielleicht sagen.
01:03:05: Dann sind wir weiter aufmerksam.
01:03:07: Du bist ja aktiv auf Social Media, du hast hier deinen eigenen Podcast über den wir jetzt gar nicht gesprochen haben aber den kann ich wirklich allen nur sehr ans Herz legen für so schöne Gespräche da die.
01:03:18: also Ich nehme da immer irgendwas mit und lausche ganz aufmerksam.
01:03:22: viel lieb danke dir.
01:03:24: Und zum Schluss habe ich eine Frage an dich und zwar wenn du wenn es Eine Sache gibt, die du angehenden Autoren oder Autorenen mitgeben möchtest.
01:03:35: Etwas was du vielleicht selbst gerne gehört hättest zu der Zeit als du angefangen hättet.
01:03:41: Was wäre das?
01:03:42: Also der beste Rad den ich... Oder einer der besten Radschläge die ich bekommen habe war wirklich Schau dir nicht an die schlechten Rezensionen Sondern fokussiere dich auf die guten Rezitionen weil die kommen von Leserinnen und Lesern, die mögen was du machst.
01:03:58: Die lieben was du machst.
01:03:59: Die genau die Art von Spannung suchen Und schau dir genau an was die an deinen Büchern mögen und daran arbeitest Du.
01:04:08: und das fand ich so einen schönen Blickwinkel so eine schöne Perspektive weil anders geht's im Grunde auch nicht wenn Ich mir negative Rezensionen anschaue im Grunde auch noch nie irgendwas für mich mitgenommen, wo ich mir sage ja da kann ich handwerklich irgendwie nochmal was anders machen weil das einfach so subjektiv ist und der in der schlechten Rezension schreibt ah das ist mir viel zu wie Privatleben.
01:04:31: Was die Autorin hier von den Figurenpreis gibt und so und es war mir too much Das ist aber genau das was jemand der die Bücher mag total schätzt und liebt.
01:04:40: Das heißt wenn ich eine Einschraube drehe dann werde ich jemand anderes enttäuschen Und deswegen fand ich diesen Tipp so gut.
01:04:47: Und was zeichnet mich aus?
01:04:49: Das sind ja auch manchmal Sachen, die man selber gar nicht parat hat.
01:04:52: Dass Leute in diese Gehäufe auffallen und dann check ich auf, was mein Stil ist.
01:04:57: weil wenn mir Leute auch sagen Ich mag dein Schreibstil, dann denke ich jedes Mal so Hör, achso!
01:05:01: Ich habe ein Schreib-Stil.
01:05:02: Auch immer so überraschend und ich kann so viel lernen über meinen Schreiben und meine Bücher Wenn ich diese Rezension lese von Menschen das abholt und die das gut finden.
01:05:13: Also ich kann das allen nur raten, dass auch so zu händeln und ich bin auch ein bisschen stolz auf mich.
01:05:18: dieses Jahr habe ich es geschafft bei dem zweiten Buch gar nicht beim großen Tee und beim großen A zu gucken, auf den Online-Plattformen die Verkaufsringe zu checken.
01:05:26: Und in Echtzeit meine Rezension mir reinzugeben weil erstens die sind für mich, zweitens sie sind immer bei ist also die sind immer negativ verzehrt.
01:05:34: es gibt auch so was wie Fake-Rezension und so.
01:05:37: Also ich geb da eh nicht viel drauf, sonst hätte ich wahrscheinlich meine Alie ein bisschen Bücher nicht gelesen wenn ich nach Rezention entschieden hatte.
01:05:44: Und die sind eh ja nicht für uns Schreibenden, sondern für die Leserinnen und Leser.
01:05:48: Ich bin echt froh, dass ich das dieses Jahr mir nicht angetan habe, weil es hat mir letztes Jahr nicht gut getan, viel Feedback zuzulassen.
01:05:57: Das ist wirklich so wertvoll!
01:05:59: Das ist gar nicht so leicht am Anfang.
01:06:01: man immer wieder versucht sich auch nicht kennt das von mir selber und da geht ja auch eine enorme Zeit drauf, die man eigentlich ja gar nicht hat.
01:06:07: Ja also
01:06:07: gerade in diesem Veröffentlichungsprozess du sagst ja selbst er ist ja so viel los Macht man das dann immer wieder und verliert dadurch kostbare Zeit.
01:06:16: Und es zieht einem im schlimmsten Fall noch runter, ich finde diesen Hinweis enorm wertvoll.
01:06:22: Ich fand ihn damals auch sehr wertvoll!
01:06:24: Schön dass du den mit uns teilst, schön dass du auch so viel Einblick in dein Leben in den Schreiben gegeben hast.
01:06:30: und
01:06:31: ja...ich
01:06:32: wünsch dir ganz ganz viel Erfolg weiter mit dem Büchern, mit allem was noch da kommt, mit deinem Podcast.
01:06:42: Ich dir auch, ich bin schon ganz gespannt was bei dir jetzt demnächst zu kommt.
01:06:46: Weil du bist glaube ich schon wieder fleißig ne?
01:06:48: Ja vor allen Dingen kommt bei mir etwas anderes als
01:06:50: es bisher
01:06:51: war und bald darf ich auch drüber sprechen.
01:06:53: Ich bin jetzt kurz so kurz davor dass ich sagen kann jetzt jetzt darf ich rausgehen damit.
01:06:58: Oh wie toll!
01:06:58: Da freue ich mich auch sehr drauf weil das ist auch was was sich gerade mega schön schreibt.
01:07:03: Das freut mich finde ich.
01:07:04: Dankeschön
01:07:06: Chris.
01:07:07: Es war mir wirklich ein großes Vergnügen.
01:07:09: Danke, dass du hier warst und
01:07:12: jetzt
01:07:12: wünsche ich dir erst mal noch einen wunderschönen Sommer!
01:07:15: Genieß auch die Zeitabsetzte Schreibtisch-Tank auf
01:07:18: und
01:07:19: lass es dir gut gehen.
01:07:20: Ja, lasse es dir auch gut gehen und ganz viel Erfolg für dein neues Projekt und fürs Schreiben und für diesen Podcast.
01:07:26: Danke.
01:07:27: Vielen vielen lieben Dank.
01:07:28: Bis dann.
01:07:29: Tschüss.
01:07:32: Das war ein wirklich spannendes und tiefkundiges Gespräch.
01:07:37: Und jetzt kommen wir noch zum Gewinnspiel.
01:07:40: Wie zu Beginn angekündigt, verlost Christ zwei Exemplare ihres neuen Buchs.
01:07:44: vier Minuten stille und dann kam der Sturm!
01:07:47: Wenn du eines davon gewinnen möchtest, dann schreib mir auf Instagram unter den Post zu dieser Podcastfolge die Antwort auf folgende Frage – und zwar stichwort sinnliche Recherche welches denkwürdiges Snack-Erlebnis hat es aus der Realität ins Buch geschafft?
01:08:07: Das Gewinnspiel läuft bis eine Woche nach Ausstrahlung.
01:08:11: Die Gewinnerinnen werden per Instagram-Nachricht informiert, ich wünsche dir viel Glück!
01:08:18: Wenn dir die Folge gefallen hat dann würde ich mich wahnsinnig freuen wenn du sie anderen Thriller Fans empfiehlst und wenn du den Podcast abonnierst denn dann erfährst du immer wenn eine neue Folge erscheint Und was total toll wäre, wäre wenn du eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast darlässt.
01:08:38: Denn das hilft mir riesig um noch mehr AutorInnen wie Chris sichtbar zu machen!
01:08:45: Wenn du gerne einmal mit mir arbeiten möchtest ich biete im September ein Schreib-Retreat hier in Schweden auf der Insel Öland an und einige wenige Plätze sind noch frei.
01:08:55: Das ist eine ganz wunderbare Location Ganz nah am Meer und wir werden eine Woche lang intensiv an Krimiprojekten arbeiten, also jeder an seinem eigenen.
01:09:07: Es gibt Workshops es gibt ein zu eins Coaching Und auch Trainings zum Lesungsthema.
01:09:16: Ich freue mich schon wahnsinnig darauf denn ich glaube das wird eine ganz besondere Kombination aus Schreiben Ausaustausch und Coaching ganz wunderbaren Atmosphäre, denn Öland ist eine sehr spezielle und inspirierende Insel.
01:09:33: Und ja wenn dich das interessiert dann findest du mehr Infos dazu auf meinem Instagram Account unter etsandra.asslund oder auf meiner Homepage www.sandraasslunt.com.
01:09:48: Im August unterhalte ich mich hier im Podcast zum ersten Mal mit einer Sachbuchautorin.
01:09:53: Dann habe ich Julia Freudenberg zu Gast die Geschäftsführerin der Hacker School.
01:09:59: Bis dahin wünsche ich dir nun erst einmal einen schönen Juli, genießt die Wärme und deine Sommerlektüren!
01:10:06: Bis zum nächsten Mal bei Teegespräche
01:10:09: behind
01:10:10: your book.
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